Spieglein, Spieglein an der Wand …

Matilda hat im Spiegel letzte Woche ihr Ebenbild erkannt und sehr intensiv die Begegnung mit dem Spiegel erkundet und sich daran erfreut. Nase, Augen, Bauchnabel – alles wurde im Spiegel noch einmal entdeckt.

Grimassen schneiden, Spielzeug vor den Spiegel schleppen, Papa und Mama zum Bestaunen dieser tollen neuen Sache in unserem Haus mitschleppen – wir können uns nicht erinnern, dass die beiden anderen in diesem Maße vom Spiegel und der Erkenntnis des eigenen Selbst fasziniert waren. Am allerwitzigsten war, dass sie irgendwann auf ein Paket geklopft hat und zum Spiegel gelaufen ist, um an ihm zu lauschen, ob es darin auch klopft – und irgendwann verschüchtert hinter den Spiegel schaute, ob da auch wirklich nichts war als die Wand …

Spieglein, Spieglein

Schwarzer Montag mit Happy End

Ein rabenschwarzer Montag liegt hinter uns. Ich kann es nur aus meiner Sicht erzählen: Kurz nach 13 Uhr rief mich Patricia an und schluchzte ins Telefon „Kai, Matilda bewegt sich nicht mehr und ist ganz blau! Ich habe gerade den Notarzt gerufen… sie wird einen Fieberkrampf haben.“
Panik, Jonathan und Paula weinten im Hintergrund, ich hörte die Nachbarin hinzukommen, dann fuhr ich los nach Hause.

So schwarz diese Minuten aussahen, so ging doch „alles gut aus“.
Ein Fieberkrampf sieht dramatisch aus, sollte von einer Gehirnhautentzündung unterschieden werden – ist aber bei allem anderen Anschein nicht lebensbedrohlich, erzeugt keine Schäden. (Sicher ist das „in der Regel“ so und wir hoffen, hier ganz stupide normal zu sein!)

Patricia blieb mit Matilda bis Dienstag im Krankenhaus und seitdem bewegen wir uns wieder vorsichtig auf den Alltag zu. Ich erinnere mich an meine Katze, nachdem sie unvermutet vom Fensterbrett im 2. Stock gestürzt war – noch tagelang schlich sie eng an den Boden gepresst durch die Wohnung, immer in Sorge, ihr könnte der Boden wieder unter den Füßen wegbrechen.
So erleben wir auch diese Tage und hoffen, dass wir doch wieder annähernd entspannt am Fenster sitzen können, wie es irgendwann meine Katze auch wieder konnte.
Und, dass das böse Fiebermonster da bleibt, wo der Pfeffer wächst!

Meima!

Matilda hat in den paar Stunden Kita sehr schnell gelernt „Meima!“ auszurufen, um Besitzstände zu wahren.
Dabei handelt es sich nicht immer im wirkliches Eigentum, sondern ist oft natürlich nur der Anspruch darauf.

Das hält Paula nicht davon ab, aktuell den dringenden Wunsch zu haben, erwachsen zu sein … um endlich selbst ein Baby zu haben 😉

Herkules?

Wie bitteschön bekommt ein 18 Monate altes kleines Mädchen versiegelte PET-Flaschen geöffnet, an denen manchmal Erwachsene verzweifeln? Aber da dieses Mädchen auch Schlüssel umdrehen, Herdplatten anstellen und Menschen mit A (weiter kam sie nicht, da wurde das Telefon konfisziert) in der Telefon-Rufliste ausfindig machen kann, wundert mich ehrlich gesagt bald gar nichts mehr. Vielleicht sollte ich morgens einfach mal liegen bleiben und darauf warten, dass sie mir Kaffee bringt.

Mediale Vererbung

Ich war sicherlich älter als 18 Monate, als ich diese Zeichentrickserie zum ersten Mal geschaut habe. Ich habe sie heiß und innig geliebt und meine Puppe Trixi alias Clara im KinderRollstuhl durch die Gegend geschoben. Derzeit läuft Heidi wieder im Vorabendprogramm auf KIKA – eigentlich für unsere Großen, aber die Allerjüngste hat ihre größte Freude an der Serie, und sobald die Titelmelodie erklingt, singt sie aus voller Brust „Heidnj, Heidnj“ und dreht sich dabei klatschend im Kreis. Klarer Fall von dominanter Vererbung 😉