Herzlichen Glückwunsch, großes Kind! Wir freuen uns, dass du bei uns bist und staunen darüber, was du so alles kannst, weißt und tust. Zum Geburtstag gab es für dich Naturkind feine Outdoor-Sachen: eine Lampe, die durch Kurbeln Licht erzeugt, ein Taschenmesser, ein Fernrohr und ein Schnitz-Set. Vor allem letzteres ist heiß begehrt, hier werden Stöcke, Holzbrettchen und Ähnliches bearbeitet und auf unserer Terrasse liegen eine Menge Sägespäne mittlerweile. Du bist der beste große Bruder der Welt, der schnellste Esser, der kuscheligste Sohn und größte Fummler unter der Sonne (es gibt so gut wie kein Gerät, das du nicht ausprobierst, anfasst, anstellst, auseinanderschraubst). Die sieben Jahre mit dir sind wie im Flug vergangen!
Ostsee, Ostwestfalen … und Urlaub
Zwei Wochen Sommerurlaub sind schon wieder vorbei. Begonnen mit einer Woche Urlaub an der Ostsee in Boltenhagen. Dank Ferien und An- und Abreise am Samstag ging das Reisen natürlich nicht ohne Stau, aber das Stehen hielt sich in Grenzen, sodass der Stau nicht die Erholung gleich wieder kaputt machte.
Ohne Spannung war gerade die Hinfahrt dennoch nicht: Damit Paula nach vorn schauen kann, damit ihr nicht schlecht wird, hatten wir schon auf der Hinfahrt die Plätze getauscht und Matilda saß rechts an der Tür. Und da sie so lange Fahrten nicht gewohnt ist, nörgelte sie schnell, weil ihr langweilig wurde. Als die Eltern darauf nicht wirklich reagierten, beschloss sie mal den Hebel da an der Tür auszuprobieren – und schau, die Tür ging während der Fahrt auf. Die Elektronik piepste, Patricia fragte nach, was da piepst, Kai meinte, das sei die Kinder-CD, die in ihrem Lärm unterhielt (oder den Lärm der Kinder einfach übertönte? ;-). Bis Jonathan rief, die Tür bei Matilda sei auf.
Das auf der Autobahn und der linken Spur. Patricia hielt die Tür zu und wir steuerten die nächste Abfahrt an und wälzten das Handbuch, wie die Kindersicherung für die Tür denn nun wirklich funtkioniert. Dies herausgefunden, war die Fahrt dann doch wieder entspannter.
An der Ostsee hatten Jonathan und Paula viel Spaß, Matilda war alles recht, solange die Familie mit dabei war. Einen Vormittag waren die Großen auch in der Kinderbetreuung (mit Kuh Resi …) , sodass Patricia und Kai in diesen Stunden noch einmal erleben konnten, wie es sich mit nur einem kleinen Kind anfühlt durch eine Stadt im Urlaub zu laufen.
In der zweiten Ferienwoche machten wir Urlaub zuhause – besuchten unsere Eichen und beschäftigten uns vor allem auch mit einem neuen Thema – Zwergkaninchen.
Der Opa hatte uns einen Stall gezimmert und wir uns erstmals etwas näher mit dem Thema beschäftigt. Und hatten uns entschieden, den zwei Kaninchen einen festen Platz mit Auslauf im Garten zu geben. Mittlerweile sind zwei Zwergwidder reserviert, die in zwei Wochen bei uns einziehen werden.
Liebe Motte
Bald wirst du zwei Jahre alt und bist doch nach wie vor unser Baby – obwohl du so selbstständig und selbstbewusst bist, dass man von außen kaum auf die Idee käme, du könntest noch ein Baby sein. Kein Klettergerüst ist dir zu hoch, kein Zimmer zu dunkel, kein Wort zu schwierig – du probierst alles aus. Und bringst dich und deinen kleinen Körper dabei manchmal ganz schön in Gefahr. Du bist das Kind, bei dem mir bislang am allermeisten das Herz in den Bauch gerutscht ist: Du hast Muggelsteine verschluckt und wärst fast daran erstickt, du bist im Kindergarten so bös gestürzt, dass wir mit dir in die Notaufnahme zum Nähen mussten – und vom Fieberkrampf rede ich lieber nicht einmal. Nach wie vor schläfst du rekordverdächtig wenig. Das war schon so, als du ein wirkliches Baby warst. Dabei bist du aber unglaublich wach, aufmerksam und gut gelaunt, so dass ich fürchte, du brauchst einfach nicht mehr Schlaf. Als Dritte im Bunde bist du ein klassisches „Me too“-Kind. Alles, was die Großen machen, essen, spielen, sagen, tust du auch. Sagst dazu „Ich auch“. Und schneidest mit Bastelscheren Knäckebrot durch, putzt mit der Toilettenbürste Fenster und cremst dich mit Mamas Duschlotion von Kopf bis Fuß ein, um den Schmier anschließend mit Feuchttüchern zu beseitigen. Du schmust gern – mit uns allen. Und verteilst freigiebig Küsschen an uns und deine Geschwister. Zwar bist du die Kleinste, das hält dich aber nicht davon ab, für uns alle zu sorgen, dich darum zu kümmern, dass wir immer Schuhe tragen, wenn wir hinausgehen, dass wir pünktlich zum Essen kommen „Pauja, Honi Essen fertich!“, uns die Hände waschen und unseren Mittagsschlaf halten. Zu deinen Lieblingsbeschäftigungen zählen neben genüsslichem Essen vor allem Buchanschauen (deine Geschwister schaffen abends eine Geschichte oder ein Buch, du schaffst mühelos sieben), Dinge verstecken und neuerdings Quatsch machen und selbst am lautesten darüber lachen. Du warst und bist eine kleine Strahlemaus, und selbst die Mini-Wutausbrüche, die du manchmal bekommst, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du es dir vorstellst, sind so schnell vorbei wie ein Regenschauer an einem heißen Sommertag. Kleines Kind, du hast uns rund gemacht!

Magie!
Dass Deutschland am Ende die WM nicht gewonnen hat, liegt an Paula. Die hat nämlich nicht genug Daumen gedrückt. Wie sie mir gestern erklärte, hat sie nach dem Argentinien-Spiel damit aufgehört, für Deutschland zu hoffen, „weil doch der Maradonna, der von den Argentiniern, nach dem Spiel so dolle traurig war und geweint hat, da wollte ich nicht noch mehr Trainer traurig machen!“
Spieglein, Spieglein an der Wand …
Matilda hat im Spiegel letzte Woche ihr Ebenbild erkannt und sehr intensiv die Begegnung mit dem Spiegel erkundet und sich daran erfreut. Nase, Augen, Bauchnabel – alles wurde im Spiegel noch einmal entdeckt.
Grimassen schneiden, Spielzeug vor den Spiegel schleppen, Papa und Mama zum Bestaunen dieser tollen neuen Sache in unserem Haus mitschleppen – wir können uns nicht erinnern, dass die beiden anderen in diesem Maße vom Spiegel und der Erkenntnis des eigenen Selbst fasziniert waren. Am allerwitzigsten war, dass sie irgendwann auf ein Paket geklopft hat und zum Spiegel gelaufen ist, um an ihm zu lauschen, ob es darin auch klopft – und irgendwann verschüchtert hinter den Spiegel schaute, ob da auch wirklich nichts war als die Wand …
SOS Briefe aus dem Kinderzimmer
Erdbeerzeit!
Endlich, mit den warmen Tagen kommen die selbst gepflückten Erdbeeren vom Feld hinter dem Dorf!
Endlich Sommer!
Little Lady

(das einzige unserer Kinder, das gern Mützen und Hüte trägt und – kaum draußen – nach einer Kopfbedeckung verlangt!)
Gustatorische Erinnerungen
Jonathan hat heute beim Einkaufen sein Taschengeld darauf verwendet, sich mit Kaugummi ohne Zucker in Pfefferminzgeschmack einzudecken. Ohne Zucker deshalb, weil der Zahnarzt ihn noch letzten Donnerstag so dolle gelobt hat, dass er wunderbare Zähne habe, und Pfefferminze deshalb, „weil immer wenn ich so einen Kaugummi kaue, denke ich dabei an Marcus, damals, als wir im Planetarium waren, da hat er mir einen geschenkt!“ Und so kaut das Kind und denkt und kaut und denkt :-)! Minzig-frische Grüße nach Südafrika!























