Wir hatten m Januar zwei Wochen Urlaub gebucht, zum Entspannen nach der stressigen Zeit vor der Prüfung von Patricia. Zwei Wochen um Ostern, wenn das erste Grün kommt, man am Strand spazieren kann, Fahrrad fahren, vielleicht schon mit den Füßen ins Wasser gehen …
Ja, so sahen die Träume aus! Das Wetter machte uns leider einen Strich durch diese Rechnung, sind wir doch mitten im kältesten März seit Jahrzehnten angekommen. Auf der Fahrt an die Ostsee fuhren wir bereits durch schneeverwehte Autobahnen und Landstraßen und uns wurde immer mulmiger zumute.
Die Ferienwohnung war ein Schnäppchenangebot, das ließ nicht erwarten, dass wir die Zeit der zwei Wochen Urlaub nur in der Wohnung verbringen konnten. Es war als Startpunkt für eine Zeit am Meer geplant gewesen.
Angekommen stellte sich die Ferienwohnung als bewohnbar und sauber dar, aber in den Details mit billigen und zum Teil nicht funktionsfähigen Dingen ausgestattet.
Am ersten Tag am Strand flogen uns fast die Ohren weg, weil ein kalter eisiger Wind entlang fegte. Wie wir zeigten sich auch andere Touristen nur für wenige Minuten am Strand, dick eingepackt in Winterjacken und dennoch zu kalt angezogen für dieses Wetter.
In den Städten ließ es sich besser aushalten, also waren wir in den folgenden Tagen in Hamburg, Kiel und Laboe unterwegs.
Am Montag fuhren wir mit dem Auto in das doch etwas entfernte Hamburg, unter anderem weil Kai dort einen beruflichen Termin hatte. Drumherum gingen wir in Cafés und Shoppingcenter, verhandelten vergeblich mit den Barkassenrundfahrtsbetreibern darum, dass 70,- Euro für eine 1h-Hafenrundfahrt für eine Familie ein unangemessener Preis ist und bestiegen letztlich einen Doppelstockbus für eine Stadtrundfahrt, die billiger und vermutlich sogar informativer war, als die Barkassenfahrt.
Am Dienstag stromerten wir wieder durch das kalte Laboe und steuerten nachmittags Kiel an, um Kaffee und WLAN zu tanken, standen lange vor Kaninchen in einem Shoppingcenter.
Am Mittwoch zeigte sich etwas milderes Wetter und wir fuhren nach Haithabu ins Wikingermuseum. Danach suchten wir ein Café in Schleswig, was kein einfaches Unterfangen war. Am Ende landete wir in einem sehr netten alternativen One-Men-Selbstbedienungscafé, dessen Besitzer uns die letzten Bagels und Panini zubereitete.
Nachdem wir den windigen Schönberger Strand meiden wollten, oft genug in Laboe waren, wollten wir einen anderen Strand sehen und fuhren an die Steilküste bei Kiel, in das Olympiadorf von 1972.
Von den Kindern lang ersehnt für den Urlaub, nutzten wir den Karfreitag, um in das Meerschwimmbad in Laboe zu gehen – ein mittlerweile sanierungsbedürftiges Schwimmbad, das immerhin faire Preise und für die Kinder ausreichend Spaß bot.
Die Kälte verhinderte lange Zeiten am Strand, also suchten wir uns passende Museen – am Samstag war es ein Besuch im Naturkundemuseum von Kiel.
Der Ostersonntag erweckte die nah liegende Schönberger Museumsbahn zum Leben und wir fuhren eine Runde mit der Museumsstrassenbahn.
Bereits in der Woche hatten wir Eltern entschieden, dass wir nicht die vollen zwei Wochen bleiben, sondern bereits am Dienstag abreisen. (Der Große hatte am meisten mit dieser Entscheidung zu kämpfen.) Mit dieser Persepktive konnten wir die Kälte draußen und das enge und billig ausgestattete Quartier ertragen, konnten die Tage zählen, wie lange wir noch bis spät in die Nacht den Lärm der Großfamilie unter uns ertragen mussten.
Somit war der Ostermontag unser letzter ganzer Tag in diesem Urlaub, den wir vormittags im Kieler Aquarium und am Hafen in Kiel verbrachten.
Für den Nachmittag hatte sich Mitte der Woche der Strand in Kalifornien als gut geeignet herausgestellt und ganz im Sinne der Wiederholbarkeit liebten es die Kinder, regelmäßig die gleiche Strecke am Strand entlangzulaufen, Hühnergötter zu suchen, mit der Schaufel kleine Sandburgen zu bauen.
Auf dem Weg nach Hause machten wir am Dienstag noch Halt in Lübeck, um das Mann-Haus anzusehen, Marzipan zu bunkern und genossen es sehr, dass die Sonne schien und kein scharfer Wind um die Häuser pfiff.
Und waren doch alle auch sehr froh, wieder zuhause angekommen zu sein, um auch hier die letzten Nachwehen des so langen Winters zu sehen, fanden wir hier noch nicht schmelzen wollende Schneehaufen in den Ecken vor. So träumten wir abends beim Kaminfeuer vom nahen Frühling …